Lesen - Abtauchen in eine andere Welt

In dieser doch etwas ungewöhnlichen Zeit darf uns das Lesen nicht abhandenkommen. Es kann uns in dieser unvorhersehbaren Zeit helfen, den Alltag für "ein paar Bücherseiten lang" zu vergessen.

Wir, vom Bibliotheksteam, möchten euch mit Lesetipps versorgen. Tauscht euch innerhalb der Familie Bücher aus. Buchhandlungen haben inzwischen wieder geöffnet und bieten auch einen Lieferservice an. Ebenso haben viele Öffentliche Bibliotheken einen Lieferservice eingerichtet - informiert euch bei euren Stadt- und Dorfbibliotheken. Auch digitale Ausleihe ist möglich: unter biblio24.it.onleihe.com könnt ihr E-Books, digitale Zeitschriften und Hörbücher ausleihen.

Es gibt viele Möglichkeiten an Bücher zu kommen!

 

Euer Bibliotheksteam

Drei Autorinnen. Drei Romane. Drei besondere Frauenfiguren.

Im Roman „Robinsons Tochter“ von Jane Gardam begleiten wir Polly Flint, die als Waise Anfang des 20. Jhd. zu ihren beiden ältlichen Tanten kommt, die abgeschieden im Marschland Yorkshires leben, von ihrer Kindheit bis ins Erwachsenenalter. Polly ist aufgrund ihrer Situation und Erfahrungen etwas weltfremd, aber sehr liebenswert und auf ihre Art eigenwillig. Trotz einiger tragischer Ereignisse ist der gesamte Roman von einem feinen, leisen Humor durchzogen. So wie Polly selbst auch Trost in der Literatur sucht und findet, hat auch diese Geschichte selbst etwas herzerwärmendes und tröstliches. 
Inhaltlich und sprachlich außerhalb der üblichen Lektüre. Ein Buch das es auf Anhieb in meine persönliche „Lieblingsliste“ geschafft hat. 

https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/robinsons-tochter/978-3-446-26783-1/

 

Im Roman „Tiger“ der schottischen Autorin Polly Clark geht es um Frieda Bloom. Sie ist eine passionierte Primatenforscherin, aber nachdem sie ihre Arbeit aufgeben musste, verschlägt es sie in einen kleinen Zoo, wo besonders die Arbeit mit Tigern eine große Bedeutung hat. Sie lernt dadurch nicht nur diese Tiere, sondern auch sich selbst besser kennen. Sie reist für ein Projekt nach Sibirien und öffnet sich langsam wieder ihren Mitmenschen gegenüber. 
Der Roman ist durch die verschiedenen Handlungsstränge interessant - von England in die Wildnis Sibiriens - und auch die Sichtweise der verschiedenen Personen auf die Geschichte, macht  aus dem Roman eine spannende, abwechslungsreiche Lektüre.

https://eisele-verlag.de/books/tiger/

 

Beim preisgekrönten Roman „Die Bagage“ von Monika Helfer beeindruckt nicht nur die starke Frauenfigur, sondern auch die ganz besondere Sprache der Autorin. Große Emotionen werden sehr nüchtern, aber darum umso eindringlicher dargestellt. 

Maria lebt mit ihrem Mann Josef und ihren Kindern am Rand eines Bergbauerndorfes. Als ihr Mann zu Beginn des ersten Weltkriegs in den Krieg eingezogen wird, muss sie sich alleinedurchkämpfen. Und auch als Josef dann zurückkommt, wird ihre Situation nicht einfacher. Die Autorin erzählt in diesem Roman ihre eigene Familiengeschichte. Und so fühlt es sich auch an: wie das Blättern in einem Familienalbum. Ein sehr besonderer Roman. Absolut lesenswert! 

https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/die-bagage/978-3-446-26562-2/

Claudia Delladio (Bibliothekarin), März 2021

Wie ein einziger Tag

Fesselnd und bewegend

Inhalt: Ein 84-jähriger Mann betritt ein Pflegeheim und liest dort einer alten Frau, die Alzheimer hat, aus einem Buch vor. In diesem Buch geht es um die junge Allie welche Noah, einen Landjungen aus ärmeren Verhältnissen, während eines Sommerurlaubs in Seabrook kennenlernt. Sie selbst ist ein reiches, wohlerzogenes Mädchen aus der Stadt. Diesen Umständen zum Trotz verlieben sie sich ineinander. Beide merken bald, dass ihre Liebe etwas ganz Besonderes ist und genießen so unbeschwerte und aufregende Tage auf dem Land. Allies Eltern allerdings sind der Beziehung gegenüber sehr argwöhnisch. So beschließen sie, sofort abzureisen.
Noah schreibt Allie ein Jahr lang täglich romantische Briefe, die jedoch von Allies Mutter zurückgehalten werden und so nie bei ihr ankommen. Nach diesem Jahr kämpft Noah für die Vereinigten Staaten im Zweiten Weltkrieg. Nach dem Kriegsende kehrte er nach Seabrook zurück und baut das Haus, das er Allie damals versprochen hatte, so auf, wie er es ihr gesagt hatte. Noch immer liebt er sie, er kann und will sie trotz anderer Beziehungen nicht vergessen. Er baut sein Traumhaus fertig. In dieser Zeit lernt Allie den ebenfalls reichen Anwalt Lon Hammond aus einer angesehenen Familie kennen und verlobt sich später mit ihm. Doch trotz aller Versprechungen und des Reichtums wird sie nie richtig glücklich. Auch sie muss oft an Noah und an ihren gemeinsamen Sommer denken, trotzdem versucht sie, ihre Erinnerungen zu verdrängen. Als sie aber eines Tages in der Zeitung einen Artikel von Noah vor seinem Haus, das er verkaufen möchte, sieht, weiß sie, dass sie ihn besuchen muss. Die innere Sehnsucht treibt sie zurück nach Seabrook. 

„Wie ein einziger Tag“ von Nicholas Sparks ist eine sehr romantische Geschichte über eine bindungslose Liebe zwischen 2 Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Roman ist total fesselnd und auch sehr bewegend. Ich habe auch die Verfilmung dazu gesehen und finde sie auch toll. Ich würde das Buch allen empfehlen, die eine schöne Liebesgeschichte und etwas Herzschmerz mögen. ​​​

Alexandra Unterkalmsteiner (Leseclub), S3B, März 2021

Der kleine Hobbit

Ein Buch, das Jung und Alt begeistern kann.

Inhalt:Der Hobbit Bilbo Beutlin aus dem Auenland lebt in einer Höhle und genießt die Gemütlichkeit seines friedlichen Lebens. Eines Tages bekommt er allerdings Besuch von 13 Zwergen und dem berühmten Zauberer Gandalf. Diese sind auf dem Weg, den alten Familienschatz der Zwerge zurückzuerobern, der im Inneren des Einsamen Berges von dem gefährlichen Drachen Smaug bewacht wird. Der Hobbit lässt sich überreden, die Gruppe zu begleiten.
Nun beginnt eine abenteuerliche, lange Reise durch unterschiedlichste Landschaften. Auf dem Weg begegnen sie seltsamen Fantasygestalten und müssen zahlreiche Abenteuer bestehen. 

Für die einen eine fantasievolle Geschichte, für die anderen Grund- und Hintergrundwissen zum Tolkien-Universum. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass jeder Fantasy-Fan dieses Buch einfach gelesen haben muss und alle anderen sollten es lesen, um hinterher mitreden zu können.
Neben dem „Herrn der Ringe“ ist „Der kleine Hobbit“ ein absoluter Klassiker vom Meister der Fantasyromane J. R. R. Tolkien.

Jana Rizzolli (Leseclub), S4A, 13.03.2021

 

Beautiful Liars- Verbotene Gefühle

Je höher du steigst, desto tiefer wirst du fallen.

Inhalt: New York im Jahre 2118. Im höchsten Wolkenkratzer der Welt, der auf dem Central Park errichtet worden ist, leben die Reichen oben und die Armen unten. Die Geschichte wird aus der Sicht von fünf Jugendlichen Avery, Eris, Leda, Rylin und Matt erzählt. Sie leben in unterschiedlichen Welten und Stockwerken, haben unterschiedliche Freunde und haben noch etwas gemeinsam: jeder von ihnen hat ein Geheimnis, das nie jemand erfahren darf, denn dann wäre ihr bisheriges Leben zerstört. Ihre Schicksale treffen aufeinander, als ein Mädchen vom Dach des Hochhauses aus der 1.000 Etage fällt und stirbt. Wer war das Mädchen? War es ein Unfall, Mord oder Suizid? 

Ich finde das Buch ist ein Muss für alle „Pretty Little Liars “und „Gossip Girl “- Fans, da Drama und Geheimniskrämerei vorprogrammiert sind. Als ich das Buch gelesen habe, konnte ich einfach nicht mehr aufhören, da es nach jedem Kapitel noch verzweigter und spannender wurde. Ich kann es nur weiterempfehlen. ​​​​

Martina Plattner (Leseclub), S4A, Februar 2021

GONE

Wow, this is just the beginning!

Inhalt: Michael Grant's breathtaking dystopian sci-fi saga, Gone is a page-turning thriller that invokes the classic The Lord of the Flies along with the horror of Stephen King. In the blink of an eye, everyone disappears. Gone. Except for the young. There are teens, but not one single adult. Just as suddenly, there are no phones, no internet, no television. No way to get help. And no way to figure out what's happened. Hunger threatens. Bullies rule. A sinister creature lurks. Animals are mutating. And the teens themselves are changing, developing new talents-unimaginable, dangerous, deadly powers-that grow stronger by the day. It's a terrifying new world. Sides are being chosen, a fight is shaping up. Townies against rich kids. Bullies against the weak. Powerful against powerless. And time is running out: on your 15thbirthday, you disappear just like everyone else… Michael Grant's Gone has been praised for its compelling storytelling, multidimensional characters, and multiple points of view.

The story was fast-paced and exciting. Characters were well thought out and real. The only thing that bothered me a little was that frequently the story would change scenes with no page break or any visual clue that the story had changed scenes - that definitely interrupted the flow of my reading as I had to pause to figure it out.

The more you read, the more exciting you get, and the more nerve-wrecking you become. As the book goes on you realize that "wow, this is just the beginning" and you get this sense of dread for these kids because now you're invested in their story and you know there's more to come as they're still stuck in this situation and I don't think this is something my little preteen brain could comprehend.

I found the book very exciting, but also a little stressful, because if I was Sam in this situation and the others would suddenly say that I’m in charge, I would be totally panicking and tell them the hell no.

Nevertheless I admire his courage to stand up as leader even if he’s not totally sure what to do and how the hell his powers are working.

Alina Benazzi (Schülerin einer anderen Schule, aber fleißige Nutzerin der Schulbibliothek), am 26.02.21

Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse

Amüsant und leicht

Inhalt: „Mottele, du bringst mich noch ins Grab!“: Der junge orthodoxe Jude Mordechai Wolkenbruch, kurz Motti, hat ein Problem. Seine geschäftige mame setzt ihm Heiratskandidatinnen vor, die eher ihrem als seinem Geschmack entsprechen und alle so aussehen wie sie. Motti schwärmt lieber für seine hübsche Mitstudentin Laura – doch die ist leider eine schickse, eine Nichtjüdin. Sie trägt Hosen, hat einen wohlgeformten tuches, trinkt Gin Tonic und benutzt ungehörige Ausdrücke.  Seine Leidenschaft zu Laura lässt Motti zweifeln: Ist sein familiär vorgezeichneter Weg wirklich der richtige für ihn? Sein Gehorsam gegenüber seiner omnipräsenten mame schwindet. Doch ganz so einfach ist die Emanzipation nicht.

Was mir an diesem Buch besonders gut gefallen hat, ist die Einfachheit und die Leichtigkeit mit der die Geschichte von Motti erzählt wird. Der Roman ist voll von witzigen Pointen, die es auf den Punkt bringen. Die Emanzipationsgeschichte der Hauptfigur wird teilweise auf Jiddisch erzählt. Es war für mich erstaunlich zu sehen, wie viele Begriffe ich davon eigentlich verstehe.

Die Geschichte kommt allerdings nicht ohne Klischees aus und über das Judentum erfährt man in diesem Text nicht wirklich viel an Hintergrundwissen. Dafür findet man darin umso mehr Klischees über Juden – und ihre Allerwertesten (tuches).

Michaela Langebner (Lehrperson für Humanwissenschaften), am 22.02.21

Hinweis: Auch als E-Book auf biblio24 zu erhalten

Der Mörder weinte

Eine Geschichte, die den Leser mit großer Wucht trifft

Inhalt: In einem Haus an der südlichsten Spitze Chile, wo nichts ist als steinige Erde und Wind, wächst Paolo auf wie ein kleines Tier oder eine zähe Pflanze. Bis zu dem Tag, an dem Angel Alegra auftaucht, ein Mörder auf der Flucht. Ohne Zögern tötet er Paolos Eltern; er bringt aber nicht übers Herz, Hand an den Jungen zu legen. Stattdessen beginnt er, sich um ihn zu kümmern. Als dann auch noch Luis auftaucht, der Paolo lesen beibringt, kämpfen sogar zwei Männer um die Vaterrolle, und Paolo erfährt eine Art von Glück. Aber auch in dem kleinen Haus am Ende der Welt sind die drei nicht sicher vor ihrer eigenen Geschichte. 

Es ist ein Buch, das für mich persönlich schockierend war, wegen seiner Feinheit und Natürlichkeit, mit der es tiefe und vernichtende Themen berührt, wie Mord, Böses, Verlassenheit, Beziehungen, die nicht von biologischer Verbindung, Freundschaft, Verrat, Tod abhängen.

 Laura Serranó (Lehrperson für Englisch), am 20.02.21

Deutsches Haus

Unsentimental realistisch!

Inhalt: Es geht um den Auschwitzprozess 1963 in Frankfurt, bei dem eine junge Dolmetscherin Zeugenaussagen aus dem Polnischen übersetzt. Sie wird dadurch bis ins Detail mit den Gräueln der Nazizeit konfrontiert, durch vage Erinnerungen gleichzeitig aber auch mit den Geheimnissen ihrer eigenen Familie. Anklage und Verteidigung stehen sich erbittert gegenüber, jüdische Zeug*innen und angeklagte Täter treten vor das Gericht. Verantwortung und Schuld, Recht und Sühne sind Hauptthemen des Romans und sind meisterhaft verwoben mit dem Einzelschicksal der Hauptfigur, die an ihren Erfahrungen wächst und konsequente Entscheidungen trifft.
Eva ist bestimmt keine Heldin, aber sie übernimmt zunehmend Verantwortung, aus einem etwas naiven „modernen Fräulein“ wird eine autonome Frau.

Hauptfigur: Eva Bruhns ist eine junge Frau aus einer einfachen und liebevollen Wirtsfamilie, die nach ihrer Ausbildung zur Dolmetscherin die Aufgabe der Übersetzerin bei Gericht übernimmt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und Fehlern kommt sie mit den fachlichen Anforderungen gut zurecht, allerdings setzen ihr die Inhalte mehr und mehr zu. Ihre Übersetzungstätigkeit spielt eine immer größere Rolle und beeinflusst ihre Beziehung zur Familie und ihrem Verlobten. Auf ihre Fragen, ihre Zweifel bekommt sie keine Antwort von ihnen. Im Gegenteil, je mehr sie nachhakt, umso mehr Ablehnung oder Abweisung erfährt sie.

Das Buch basiert auf fundierten Recherchen, verbindet die Geschichte des Nationalsozialismus mit der Nachkriegszeit und ist gleichzeitig sehr aktuell. An der persönlichen Entwicklung der Hauptfigur zeichnet sich eine Auseinandersetzung mit historischen Ereignissen ab, die in einem klaren historischen Kontext stehen und gleichzeitig zeitlose menschliche Fragen aufwerfen.

Die Figuren sind unsentimental realistisch gezeichnet, mit ihren Stärken und besonders ihren Schwächen. Angst, Gleichgültigkeit und Egoismus prägen meist ihre Handlungen; nur vereinzelt sind sie in der Lage, sich ehrlich und kritisch mit sich und der Welt auseinanderzusetzen.

Für mich ein wirklich ausgezeichnetes Buch, das mich auch sprachlich sehr angesprochen hat.

Maria Kerschbaumer (Lehrperson für literarische Fächer), am 12.02.21

Hinweis: Auch als Hörbuch auf biblio24 zu erhalten