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Plötzlich mittendrin

Die Klasse S2A des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums Bozen hat sich in der Woche vom 26. bis zum 29. Oktober im Rahmen der Projektwoche mit dem Thema „Gewalt gegen Frauen“ befasst.

 Dabei wurden bestimmte Fragen behandelt: „Welche Formen der Gewalt gibt es?“, „Wie kann Gewalt verhindert werden?“, „Wie ist die Situation in Südtirol und Italien?“ und „Welche Anlaufstellen gibt es für die Opfer?“. Ebenso nahmen die Schülerinnen an einem Selbstverteidigungskurs teil und studierten einen Tanz gegen Gewalt an Frauen ein. Zu Beginn der Projektwoche hat sich die Klasse mit der Theorie beschäftigt. In verschiedenen Gruppen wurde an den genannten Themenbereichen gearbeitet. Dabei kamen die Schülerinnen unter anderem zu folgenden Ergebnissen: In Italien erleiden 35% der Frauen Gewalt; das bedeutet, dass jede dritte Frau Opfer von Gewalt wird! Bemerkenswert sind die markanten Unterschiede zwischen dem Süden und Norden Italiens. Entgegen der Annahme, es käme im Süden deutlich häufiger zu Gewalt oder in Extremfällen zu Morden an Frauen, zeigen die Zahlen, dass es im Norden aufgrund der ökonomischen Unabhängigkeit der Frau öfter zu Gewalttaten durch den Partner (64%), Ex-Partner (20%) oder auch einen Verwandten (8%) kommt. Fremde sind nur selten Täter. Bei den Formen der Gewalt unterscheidet man zwischen der physischen, wie beispielsweise der sexuellen und häuslichen Gewalt, und der psychischen Gewalt. Zu letzterem zählen unter anderem Stalking und die ökonomische Gewalt.

Doch was kann man tun, um Gewalt gar nicht erst aufkommen zu lassen? Elementar sei es, das Thema häufiger öffentlich anzusprechen, wodurch erreicht werden könne, dass sich Betroffene eher trauen, über ihre Erfahrungen zu sprechen. Möglichkeiten dies zu tun, bieten diverse Frauenhäuser und Organisationen, wie beispielsweise der Verein für weibliche Solidarität gegen Gewalt „GEA“, der der Klasse einen Besuch abgestattet hat. In diesen drei Stunden wurden die Schülerinnen nochmals für das Thema sensibilisiert. Unterstützt wurde das Projekt auch durch Guido Marzocchi, der der Klasse die Basics der Selbstverteidigung nahe brachte, und Sara Rigo, die mit den Mädchen die Choreografie eines international bekannten Flash-Mob`s „Break the chain“ einstudierte, welcher jedes Jahr am 14. Februar weltweit getanzt wird.

Das Projekt ist bei der Klasse gut angekommen und hat Wiederholungscharakter. Die Schülerinnen finden, man solle sich mit dieser Thematik an allen Schulen befassen, um das Wissen in diesem Bereich zu erweitern. Denn nur in einer aufgeklärten Gesellschaft, kann sich etwas verändern.